Dienstag, 2. November 2010

Rezept: Nikuman (jap. gedämpftes Brötchen mit Fleischfüllung)

Nikuman sind gedämpfte Brötchen mit Fleischfüllung. "Niku" heisst im Japanischen Fleisch und "man" kommt von Manjū, wobei Manjū ein einfaches ungefülltes, gedämpftes Brötchen ist. Der Ursprung dieser leckeren Brötchen liegt in China. Dort heissen sie Mantou (ungefüllt) und Baozi (gefüllt). Egal wo sie nun herkommen und auch heissen mögen, sie sind einfach zu machen, schmecken lecker und sind auch gut für Bentos geeignet. In Japan sind sie fast überall erhältlich mit den verschiedensten Füllungen und sind beliebte Snacks. Meine Lieblingsversion ist Charsiubau, das eine Füllüng mit gegrilltem Schweinefleisch enthält. Ich benutze immer den selben Teig und variiere die Füllungen. Hier kann man wieder gut experimentieren und ausprobieren. Es gibt auch eine süße Variante mit Anko (süße Rote-Bohnen-Paste). Diese heißen Anman und sind sozusagen die gedämpfte Version des Anpans.
Für 8 Nikuman benötigt man:
Teig:
250g Mehl
1 Teel. Trocken-Hefe
1 Teel. Backpulver
1 1/2 Eßl. Zucker
Prise Salz
1 Eßl. Öl
130 ml Wasser, warm


Füllung:
120g Hack, gemischt
je 1/2 Teel. Salz und Pfeffer
je  1 Teel. Zucker, Soja-Sauce, Sesamöl
1/8 Teel. 5-Gewürze-Pulver (gibt es im Asia-Shop)
1 Eßl. Stärke
2 getrocknete Shiitake-Pilze, eingeweicht, in feine Streifen geschnitten
40g Frühlingszwiebeln, gehackt
80g Weisskohl, blanchiert, in feine Streifen geschnitten (ich habe aber Eisberg-Salat benutzt, da ich keinen Kohl hatte, den muss man aber vorher nicht blanchieren)

Aus den Teig-Zutaten einen glatten Teig kneten und an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen bis sich das Volumen verdoppelt hat. Das dauert etwa 1 Stunde. Wenn man mit dem Finger den Teig eindrückt, sollte das Loch bleiben, wie auf dem Foto, dann ist der Teig bereit.
In der Zwischenzeit die Zutaten für die Füllung vermengen und in 8 Portionen teilen. Diese zu Kugeln formen und bis zum Gebrauch in den Kühlschrank stellen.

Den Teig in 8 kleine Bälle formen und 10 Min. ruhen lassen. Dann lässt er sich gleich besser ausrollen.
Jede Teigkugel zu einem Fladen von 12 cm Durchmesser ausrollen.
Auf jeden Fladen eine Kugel der Fleischfüllung legen und den Teig wie auf dem Foto zusammendrücken. Man hält ihn zum Formen eigentlich immer in der Hand. Ich habe ihn nur zum Fotografieren auf den Tisch gelegt.
Ja, jetzt kommt wieder schwierige Part. Wie erkäre ich das Formen eines Nikumans. Man kneift den Teig einfach zusammen, wobei man im Kreis arbeitet bis der Nikuman geschlossen ist.
So soll der Nikuman am Ende in etwa aussehen. Ich habe auch schon andere Falttechniken gesehen, aber ich mache es immer so und es klappt ganz gut. Naja, die Hauptsache ist, dass der Teig geschlossen ist.
Unter jeden Nikuman ein Stück Backpapier legen und 15 min bei hoher Hitze dämpfen. Ich mache das in meinem Reiskocher, der eine Einstellung zum Dämpfen hat.
Vielleicht sollte ich mal zeigen, wie man Nikuman auch anders dämpfen kann ohne Reiskocher und Dampfkorb. Ich wollte eh wieder welche machen, weil wir alle gerne Nikuman & Co. essen :P


Tipp:
Die fertigen Nikuman kann man wunderbar einfrieren. Wenn man welche essen möchte, nimmt man entweder Stunden vorher einige aus der Tiefkühlung und lässt sie vor dem Erwärmen auftauen. So dauert es nicht so lange bis sie wieder schön heiß und weich sind. Zum Erwärmen einfach 5-8 Min dämpfen oder einzeln für etwa 45-60 Sek. in der Mikrowelle (650 W) erhitzen, aber nicht zu lange, denn sonst werden sie hart.
Direkt aus der Tiefkühltruhe dauert alles natürlich länger. Da habe ich selber leider keine genauen Zeiten für.

36 comments

Anonym
12. Juni 2012 um 03:50

hallo :-) ein sehr schönes Rezept :-). Aberr ich würde gern wissen was du noch für Füllungen empfehlen könntest? Vorallem für Nikumans die man man mitnehmen kann für unterwegs. (Bei normalem Hackfleisch ja immer so eine Sache)

12. Juni 2012 um 11:44

@Anonym Hallo, danke für dein Kommentar.
Die Füllungen für solche gedämpften Brötchen enthalten meist Fleisch. Natürlich kann man sie alle auch vegetarisch machen mit Fleischersatz.
Aber dir ging es ja mehr, um die Haltbarkeit der Nikuman. Mit einer süßen Anko-Füllung à la Anpan (http://bento-mania-2010.blogspot.com/2010/10/rezept-anpan-jap-sues-brotchen-mit-rote.html) wärst du auf der sicheren Seite. Dann ist es ein Anman und kein Nikuman ;)

Ich habe bis jetzt keine Probleme mit verdorbenen Nikuman gehabt, die ich in Bentos gepackt habe. Aber um eine Nummer sicher zu gehen, kannst du sie in eine Kühltasche mit Kühlakku transportieren. Das sollte eigentlich gehen.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

LG
charsiubau

Anonym
13. Juni 2012 um 02:27

danke :-) ja das kontest du.

Ibachi
16. Juni 2012 um 03:02

Darf ich fragen welchen Mod du bei deinen Nikuman im Multikocher Star Chef Deluxe verwendest? Nehme mal an Gemüse dünsten? Möchte mich morgen ans Werk machen. Hab dieses Maschienchen jedoch noch nicht benutzt und so recht sehe ich bei den Modies in der Anleitung noch nicht durch. Hoffe mal mir geht das Ding nicht hoch ^^.

Ibachi
16. Juni 2012 um 03:04

Ps. Gilt im Kocher die gleiche garzeit wie in diesem hier erstellten rezept? ich glaube das war jedoch in einem normalem Topf oder? (Sry, bin was Kochen angeht mehr als neu, und auch eher auf die asiatische Gerichte aus ^^)

19. Juni 2012 um 16:00

@Ibachi Hui, hoffentlich kommt meine Antwort nicht zu spät. Also Gemüse dämpfen habe ich benutzt und auch dieselbe Zeit. Nur muss du die Zeit zählen ab dem Zeitpunkt, wo das Wasser richtig kocht und du die Nikuman hineinstellst. Nach der eingegebenen Zeit einfach eins herausnehmen und durchschneiden, ob das Fleisch auch gar ist.

Also:
1. Wasser einfüllen in den Topf.
2. Unter der Funktion Gemüse dämpfen das Wasser zum Kochen bringen. Dauert ca. 7 Min.
3. Dann den Dämpfeinsatz samt Nikuman hineinstellen. 15 Min etwa dämpfen.

Zum Aufwärmen der Nikuman ist der Multikocher auch super :)

Ibachi
20. Juni 2012 um 20:57

Alles geklappt und super lecker ^^...kannst du dips dazu empfehlen? Sojasoße ist da nicht so meins.

9. Juli 2012 um 11:46

@Ibachi hui, auch deinen Kommentar übersehen, sorry :)

Also wir essen Nikuman ohne Dips, denn durch die Füllung ist es eigentlich schon würzig genug. Leider fällt mir auch kein passender Dip ausser Sojasauce dazu ein :(

13. Juli 2012 um 10:51

Meine erste Assoziation zu einem Dip war die Currysauce von McDonalds, fragt mich nicht, warum ... ich probier es nachher aus und schreibe, wie es geklappt hat.

Anonym
16. Juli 2012 um 01:09

Hmmm...Mc Doof und japanische Küche ^^ grrr :P.

Aber gut kannst ja mal berichten wies war ^^

Anonym
2. August 2012 um 11:41

Für Mante (Russische gedämpfte Teigtaschen) gibt es eine gute Soße, vielleicht passt die ja dazu^^. Dafür muss man nur Wasser mit Ketchup und je nach Geschmack einen schuss Essig mischen,so das es leicht dickflüssig ist,und eine Zwiebel in Streifen schneiden und dazu geben.

Anonym
1. Oktober 2012 um 21:50

Ich liebe deinen Blog! Ich war vor ein paar Jahren fuer 10 Monate in Japan und vermisse die lokalen Koestlichkeiten mit am meisten, und dank dir kann ich jetzt endlich auch mal authentisch japanisch kochen :) Habe auch den Curry gemacht, der war super, aber die Nikuman sind fast noch besser! Ich hab aus versehen etwas mehr Zucker in die Fuellung und sie war mir dann fast etwas zu suess, ich werds beim naechsten Mal herzhafter machen. Ausserdem kamen mir die jetzt sehr klein vor, eher chinesischer Stil. Die Nikuman, die ich bisher in Japan so hatte, sind mindestens so gross wie unsere Dampfnudeln, wenn nicht noch groesser. Deshalb hab ich aus deinem Rezept fuer 8 Stueck einfach 4 groessere gemacht und sie dann etwas laenger gedaempft. :) Ich habe ausserdem noch gehackten Ingwer in die Fuellung gemacht - war sehr lecker!

Anonym
3. Oktober 2012 um 13:17

Wow... Vorgestern den Blog entdeckt, gestern eingekauft, und seit heute haben mein Sechsjähriger und ich ein neues Leibgericht!! Haben dazu einen Dip aus süßer Sojasauce, Chilisauce und frischem Koriander gemacht (meiner), der Kurze zieht japanische Mayonnaise vor. Keine Ahnung, ob das so gedacht ist. Uns hat's geschmeckt!
Danke.

6. Oktober 2012 um 08:05

@Anonym Hallo, es freut mich sehr, dass dir meine Rezepte gefallen :)
Vor allem, dass du sie als authentisch beschreibst. Da ich selbst noch nie in Japan war, kann ich es leider nicht beurteilen, ob die Gerichte, die ich koche annähernd so schmecken. Aber mein Motto lautet:"Hauptsache es schmeckt und die Zutaten sind leicht zu bekommen!"
Was die Nikuman betrifft, es ist interessant zu hören, dass sie in Japan so riesig sind ;) ....heheehehe...dann werde ich sie auch mal größer machen beim nächsten Mal!

Vielen Danke für deinen Kommentar :)

LG
charsiubau

6. Oktober 2012 um 08:08

@Anonym Toll, dass du hierher gefunden hast. Es freut mich, dass euch die Nikuman so gut schmecken. Was die Dips betrifft, wir essen sie ganz ohne, aber es ist jedem natürlich frei überlassen, wie er die Nikuman genießt. Hauptsache es schmeckt! Vielleicht probiere ich es auch mal mit einem Dip :)

Anonym
16. Februar 2013 um 18:55

Also, in Japan isst man die mit Nerikarashi, das ist eine Art sehr scharfer, gelber Senf. Sollte man in Asiatischen Lebensmittelgeschäften kaufen können.

Anonym
11. März 2013 um 00:58

Kann man statt Shiitake auch Champignons nehmen?

12. März 2013 um 13:52

@AnonymJa, das sollte gehen oder man lässt es einfach ganz raus :)

Anonym
15. Juni 2013 um 21:55

Nachdem wir demletzt Omurice, Rezept hier von dieser tollen Seite, gemacht haben, haben wir heute mal Nikumans ausprobiert. Gott waren die lecker. Kennen sonst nur die ausm Asiastore bzw. vom Japantag ... Das sich meine Kids und mein Menne nicht direkt darein gelegt haben, war alles xD
Ich kann es jedem nur empfehlen ... und vorallem, das ist alles so schnell und leicht gemacht. Und wenn man sich hier an die tolle Anleitung hält, is man wirklich recht fix fertig :)

So nun aber genug hier rumgeschleimt, nochmals danke für das tolle Rezept (und vorallem für die Seite hier) und beim nächsten Gericht was wir ausprobieren, gebe ich natürlich meinen Senf dazu ;)

PS. Wir haben die Nikumans auch Pur, ohne jeglichen Dip/Soße gefuttert

18. Juni 2013 um 08:09

@Anonym Danke für deinen tollen Kommentar. Es freut mich, dass auch die Nikumans bei euch einen Hit gelandet haben.

Ich bin schon gespannt, was du als nächstes nachkochen wirst :)

25. Oktober 2013 um 14:17

Man ahnt garnicht wie einfach die leckeren Fleischtaschen zu machen sind. Ich habe sie schon so oft für Partys gemacht da sie mit Dipp das perfekte fingerfood sind und falls etwas übrig bleibt werden sie im bento verwertet :)

5. November 2013 um 20:53

@Neko Chan Ja, und ich habe sie erst gestern Abend gemacht, um sie heute meinen Kindern mit in die Schule zu geben :)
Lecker....

4. Dezember 2013 um 06:45

Die macht man ja fast wie Belyeshi (russische Teigtaschen mit Hack) *-*

Anonym
9. Dezember 2013 um 08:56

Also auf den Philippinen(Siao Bao) und in Vietnam (Banh Bao) sind die etwa so groß wie ein Germknödel.
Deine Nikuman werden weißer, wenn du ein Schuss Essig ins Wasser schüttest. ;)
Deine Würzmischung klingt interessant. Wobei ich schwer für die vietnamesische Variante bin ;), aber es geht ja um Japan Food. Werd ich ausprobieren.
LG eshya

9. Dezember 2013 um 10:25

@Michelle Mouri Das ist ja interessant. Hast du ein Rezept für die Belyeshi?
Würde ich auch gerne mal probieren :)

9. Dezember 2013 um 10:28

@Anonym Hallo eshya,
ich kenne auch andere Varianten. Einige Chinesische und auch die Vietnamesische. Meine Kinder essen sie alle gerne. Aber die Vietnamesische habe ich selber noch nicht gemacht. Sollte ich vielleicht auch mal :)

LG
charsiubau

12. Dezember 2013 um 15:13

Ich hab die Nikuman gerade auch zum ersten Mal gemacht. Ich muss definitiv noch dran feilen - insbesondere am Dämpfen. Nächstes Mal werde ich die Zutaten alle feiner hacken. Mir war das doch etwas zu grob. Aber geschmacklich sehr lecker - wenn auch anders als die Nikuman, die ich aus Japan kenne ;)

23. Dezember 2013 um 20:38

@Kayono (Neues vom Kellerkind) Es freut mich, dass dir die Nikuman geschmeckt haben.
Ich muss irgendwann mal nach Japan, um die Originale zu probieren ;)

5. Mai 2014 um 14:37

Hm, wie dämpft man sie denn ohne so einen Dampfaufsatz?
Ich möchte sie unbedingt mal ausprobieren! :)

Katharina
3. Juli 2014 um 13:38

Hallo Abenteuer Bento!
hier hat charsiubau eine Anleitung für das Dämpfen in der Pfanne geschrieben:
bento-mania-2010.blogspot.co.at/2010/11/rezept-vegetarische-charsiubau.html

Liebe Grüße

18. Juli 2014 um 01:25

Die sind ja grandios!! Habe gerade die 4fache Menge für eine Feier zubereitet. Jetzt heißt es erst einmal in aller Ruhe zwei Stück auf dem Balkon genießen. Der Duft der noch warmen Nikuman, wenn man sie aufbricht, und die Hackfleischfüllung mit dem noch knabbeligen Weißkohl; das ist ganz unbeschreiblich köstlich! Dazu ein kühles Bier und die laue Sommernacht da draußen. Schade, dass ich den Rest für die Gäste lassen muss. Die wird es bald wieder geben. Vielen Dank fürs Vorstellen!
Liebe Grüße,
Leif

10. Dezember 2014 um 23:13

Hey ,
Die Nikuman sind echt super lecker ^-^
Aber kann man sie auch mit Hähnchen füllen? und sollte es dan vorher einmal amgebraten werden ?

Lg

11. Dezember 2014 um 17:11

@Izumi inGermany
Hi,
danke für deinen Kommentar.

Also mit Hähnchenfleisch kannst du die Nikuman natürlich auch füllen. Wenn du Geflügelhack verwendest, kannst du es genauso zubereiten.
Aber bei größeren Fleischstücken bin ich mir nicht sicher. Ich meine, dass es auch geht. Eventuell etwas länger dämpfen.
Und um auf Nummer sicher zu sein, kannst du es ja vorher braten. Das schmeckt dann etwas anders, weil die Füllung höchstwahrscheinlich nicht mehr so saftig ist.

Probiere es einfach mal aus.

LG
charsiubau

Anonym
23. April 2015 um 12:52

Hey, das ist ein super Rezept!!!
ich habe Nikuman auch schon oft mit anderen Füllungen gemacht. Verschiedenstes Gemüse vorher kurz anbraten und würzen. So ist das Rezept sogar VEGAN!
Wenn ich Hackfleisch benutze brate ich es auch schon kurz vorher an.
So lassen sich zwar nicht mehr so schöne Kugeln aus der Masse formen, aber das Füllen klappt trotzdem sehr gut.
Dafür wird die Zeit beim Dämpfen auf ca. 10 Minuten verkürzt, da das Fleisch ja quasi schon durch ist.

LG

Anonym
25. September 2015 um 22:18

Hab mir mal einige Rezepte angeschaut und sie sind alle sehr interessant. Zur Füllung dieser Knödelchen kann ich auch Shrimps mit asiatisch scharfer Würzung empfehlen. Ich weiß nicht, wie man diese nennt, aber ich kenne es durch einen chinesischen Bekannten. Es war immer sehr lecker oder Hack mit Brechbohnen. :)

Anonym
18. Oktober 2016 um 12:36

Wenn ich die Nikuman aus der Truhe hole und auftauen lasse: Kann man die dann auch kalt essen? Also nicht extra warm machen?

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